Schwere Geburt
Wenn man bei der Gynäkologie einen Vergleich ziehen will, so war das, was der TV Eppelheim im Spiel gegen die SG Nußloch bot, eine hoch komplizierte Zangengeburt, die gerade noch einmal gut gegangen ist. 25:24 (10:10) hieß es am Ende für die Hausherren, die sich gegen eigentlich harmlose Gäste wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert haben. Die Nußlocher spielten manchmal zäh wirkende lange Angriffe, kamen oft ins Zeitspiel und hatten dann immer wieder Glück, dass Abpraller bei ihnen landeten, Würfe abgefälscht im Tor landeten oder die Schiedsrichter gnädig auf den Siebenmeterpunkt zeigten. Die Eppelheimer hingegen wollten wie gewohnt, schnell spielend, zum Abschluss kommen,
produzierten dabei aber reihenweise Ballverluste und so kam es, dass nach ausgeglichenem Beginn, eine Zeitstrafe tat ihr Übriges, die SGN auf 6:10 wegziehen konnte. Ein Kraftakt bescherte dann noch den Ausgleich bis zur Pause.
Nun war der TVE am Zug ging mit drei Toren in Führung, aber die Nußlocher ließen sich nicht abschütteln. Als dann der eingewechselte Thomas Koch einen Strafwurf parierte und Carsten Geier auf 19:15 erhöhte, glaubte man das Spiel in trockenen Tüchern zu haben, aber drei Minuten vor Schluss brach ein neues Unheil über den TVE herein, denn Philipp Stotz und Moritz Leonhardt bekamen fast zeitgleich die rote Karte, sodass die Eppelheimer in doppelter Unterzahl sich gegen eine offensive Abwehr behaupten mussten, was mit Glück und Geschick schließlich gelang.
Zuschauer und Trainer waren nur mäßig zufrieden mit dem, was sie da gesehen hatten, aber solche Spiele muss man auch gewinnen. „Schwamm drüber“, meinte Trainer Dominik Sommer, „am nächsten Sonntag in Brühl werden wir uns anders präsentieren müssen, da gilt es eine Scharte aus dem Vorspiel auszumerzen“. Vielleicht zündet dann der Angriff wieder. (we)
TVE: Schäfer, Koch; Keller (1), Bujotzek (3), Stotz (2), Sander, Leonhardt (1), Hofmann (1), Pagliari (1), Geier (5), Krause (5/4), Marz (3), N.Hambrecht, T.Hambrecht, Bankwitz (3)
